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Die Geschichte der Volksschule Ochsengarten

Archiv über die Lehrpostenbesetzung an der einklassigen Volksschule in O c h s e n g a r t e n .

Am 15. November 1811 (achtzehnhundertelf) hat ein Kaplan angesucht, dass er einen Aushilfslehrer zugeteilt bekommt. Er schlägt Eustach Khuen vor "... er hat bisher gute Erfolge erreicht; im Lesen, im Schreiben, im Rechnen (Trivialschule) und ist ansonsten allseits geachtet und bei den Kindern beliebt,.....“

-Aus dem Schreiben ist auch zu entnehmen, dass schon einige seiner Vorgänger gleichzeitig hier als Kaplan und Lehrer tätig waren. Da zwischen der allgemeinen Schulordnung 1774 des Abtes Felbiger unter der Kaiserin Maria Theresia und oben genanntem Schreiben nur 37 Jahre verflossen sind, kann wohl mit großer Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass auch hier zur Zeit Maria Theresias mit der schulischen Erziehung der Jugend begonnen wurde. Im Pfarrarchiv heißt es: “Zu Beginn des Jahres 1778 wurde zum ersten male ein Priester nach Ochsengarten gesandt, der Supernummerar Severin Erhart , um  Gottesdienst zu halten und Schulunterricht zu erteilen. Er nahm Wohnung in einem Bauernhaus zu Balbach,“ (jetzt Hausnummer 2). In diesem Hause wurde auch - nach mündlicher Überlieferung - Unterricht erteilt, bis der Widum  und das neue Gotteshaus erbaut waren (1783).

In der Pfarrchronik heißt es weiter: ...“I785 wurde die kleine Berggemeinde Ochsengarten zur Lokalkaplanei erhoben. Als erster Lokalkaplan wurde Pater Pantaleon Widmann, Subprior des aufgelösten Augustinerklosters in Seefeld, bestellt. Dieser hat in dieser Einsamkeit 17 Jahre geduldig ausgeharrt..."

Die älteste Urkunde im Schularchiv, das leider nur mehr äußerst mangelhaft erhalten geblieben ist, stammt vom königlichen bairischen Landgericht in Silz (18. 4. 1813), und beinhaltet eine Bestrafung des Ignatz Plattner und Anna Prantlin wegen unentschuldigtem Fernbleiben ihres Sohnes vom Unterricht der Sonntagsschule. - Mehrere Schreiben von der Bezirkshauptmannschaft betreffen die Besoldung der Kaplane für das „Schulhalten“ die damals 25 bestehenden Haushalte hatten gemeinsam 37 ½  Pfund Schmalz, ca. 2l Milch und das nötige Brennholz aufzubringen (37 ½ Pfund Schmalz jährlich bis Martini, 2 l Milch täglich, das Brennholz "gescheitert und geklaftert"). Kam eine Partei der Abgabe nicht nach, hatte sie 3 Gulden in bar zu zahlen (für einen Gulden bekam man um 1880 zehn Kilogramm Roggenbrot). — Im Jahre 1870 erwog man, ob man die Schulpflichtigen nicht anderswo in die Schule schicken sollte, was aber daran scheiterte, weil nur zwei ABC-Schützen und ein bald Fünfzehnjähriger einzuweisen gewesen wären. Während dieses Jahres ruhte hier der Schulbetrieb. - 1861 wurde Karl Meister als definitiver Schulgehilfe unter Aufsicht des Kaplanes von der Bezirkshauptmannschaft in Imst bestellt. - Im 12. 4. 1881 wurde von der Bezirkshauptmannschaft in Imst bestätigt, dass der I8jährige Johann Michael Haselwanter WIEDER als AushilfsIehrer unterrichten darf. – Einige Schreiben betreffen die Zuteilung von unentgeltlichen Schulbüchern an die armen Hochgebirgsbauernkinder im Sinne der Verfügungen der Kaiserin Maria Theresia.

Um die obigen Ereignisse, Jahreszahlen und Namen historisch einwandfrei auffindig zu machen, musste ich viel Mühe und Zeit aufwenden. Aber ich hoffe damit, wie wenig Zeilen es auch sind, eine Lücke in der Chronik der Volksschule Ochsengarten geschlossen zu haben, und künftigen Lehrpersonen und somit den Kindern dienstbar gewesen zu sein.

Ochsengarten, am 6. Juni 1957 Rudolf Klotz (bearbeitet von Josef Pohl)

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Viele Lehrer an einer kleinen Schule

In der bewegenden Geschichte der Volksschule Ochsengarten haben folgende Lehrer unterrichtet:

Nr.:

Name

Titel

von

bis

1

Severin Erhart

H.H. Supernummerar

1778

?

2

Josef Neumayr

H.H. Kaplan

?

?

3

Jakob Neumayr

H.H. Kaplan

?

?

4

Josef Mittermayr

H.H. Kaplan

?

?

5

Pantaleon Widmann

H.H. Subprior

1785

1802

6 - 14

OCP. von Stams

Ordenspriester

1802

1841

15 - 21

Weltpriester

Kaplan

1841

1861

22

Karl Meister

Schulgehilfe

1861

1881

23

Johann Michael Haselwanter

Aushilfslehrer ungeprüft

1881

1912

24

Josef Haßlwanter

Aushilfslehrer ungeprüft

1912

1914

25

Maria Larcher

ungeprüft

1914

1917

26

Rosa Huter

ungeprüft

1917

1919

27

Josef Haßlwanter (wie 24)

Aushilfslehrer ungeprüft

1919

1927

28

 Zenta (?) Walch

ungeprüft

1927

1929

29

Franz Heiß

geprüft

1929

1930

30

Alfred Fügenschuh

geprüft

1939

1931

31

Lorenz Füruter

geprüft

1931

1932

32

Alfred Fügenschuh (wie 30)

geprüft

1932

1934

33

Poidl Peter

geprüft

1934

1938

34

Rudolf Hörhager

geprüft

1938 (nur 3 Monate)

35

Adolf Wieser

geprüft

1938

1939

36

Gertrud Rohringer

geprüft

1939

1949

37

Karl Purner

geprüft

1940

1941

38

Gertrud Rohringer

geprüft

1941

1942

39

Erna Krismer

geprüft

1942

1943

40

Friedl Lackner

geprüft

1943

1945

41

Maria Schmied

?

1945

1946

42

Elfrieda Huber

geprüft

1946

1948

43

Maria Salchner

ungeprüft

1948

1949

44

Rudolf Klotz

geprüft

1949

1951

45

Traudl Schöpf

geprüft

1951

1952

46

Maria Salchner (wie 43)

ungeprüft

1952

1953

47

Rudolf Klotz (wie 44)

geprüft

1953

1957

48

Karl Heinz

geprüft

1957

1959

49

Inge Plörer

geprüft

1959

1960

50

Inge Scheiber

geprüft

1960

1995

51

Christina Lackner

geprüft

1996

2005

52

Andrea Hörmann

geprüft

2005

2006

53

Heinrich Gritsch

geprüft

2006

2012

54

Karin Frisachmann

geprüft

2012

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Die Einweihung des neu erbauten Schulgebäudes im Herbst 1953

Zeitungsartikel vom 17.1.1954

Ochsengarten

Schulhauseinweihung. Am Sonntag, den 4. Oktober, wurde hier das neuerbaute Schulhaus eingeweiht. Es war eine bescheidene aber sinnige Feier, an der die Bevölkerung regen Anteil nahm. Der Dank für das Zustandekommen dieser Kulturstätte gebührt vor allem Herrn Bezirkshauptmann Dr. Petzer, er kannte die selten in diesem Maße aufscheinenden Unzulänglichkeiten und bemühte sich auch dementsprechend für Besserung der hiesigen Schulverhältnisse. Der Einweihung wohnte er in Begleitung des neuernannten Bezirksschulinspektors Schulrat Franz Hackl bei. Mit eindrucksvollen Worten kennzeichnete er den Wert einer guten Landschule. Zuerkennung eines großen Anteils am Zustandekommen und der Ausführung des Schulhausneubaues verdienen die Gemeindeväter von Haiming, die in uneigennütziger Weise denselben finanziell großzügig förderten. Bürgermeister Kapeller, an der Spitze der Gemeinderatsmitglieder, dankte bei der Feier allen denen, die das Geschaffene anstrebten, planten, förderten und erbaut haben. Durch ein gemütliches Beisammensein im Gasthof „Marlstein“ wurde der für Ochsengarten denkwürdige Tag beendet. Unser Bezirkshauptmann hat dabei wohl alle Herzen der Anwesenden aufs angenehmste berührt. Eine altersgraue, eigenwillige Gitarre in der Hand, saß er mitten unter Jung und Alt, Bauern und Arbeitern und sang mit ihnen traute, alte Tiroler Volkslieder. Wäre ein Fremder plötzlich eingetreten, kaum wäre diesem der Gedanke gekommen, dass der Initiator der Gemütlichkeit ein Mann voller Sorgen für seine zahlreichen Untergebenen ist, eher hätte er wohl gedacht, dass dieser ein Huamatl hier oben besäße. Verklungen ist der letzte Hammerschlag am Schulhaus, verklungen der letzte Akkord der Einweihungsfeier, geblieben ist das Werk. Frohes Kinderlachen erfüllt die hellen Räume und wird sie erfüllen viele, viele Jahrzehnte. Ein stiller, objektiver Beobachter müsste hier doch zutiefst empfinden und den Wert dessen erkennen, was man für die Jugend tut: Sie ist das Gut der Familie, des Staates und der Menschheit überhaupt, das ewig in der Welt lebt und bleibt.

 

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